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Metformin

Wie wirkt Metformin im Körper eines Diabetikers?

Metformin ist ein antidiabetischer und blutzuckersenkender Wirkstoff, der schon seit über 60 Jahren zur Behandlung von Diabetes Typ-2 verwendet wird – vor allem bei Diabetikern mit Übergewicht.

Er stammt aus der Gruppe der Biguanide und wird aus der französischen Fliederpflanze gewonnen.

Aufgrund einer Vielzahl von positiven Eigenschaften, die über die Behandlung von Diabetes Typ-2 hinausgehen, ist Metformin heute das Mittel der Wahl für Diabetes Ärzte und die Grundlage vieler Diabetes Therapien.

Doch Metformin ist nicht nur interessant für Menschen, die an Typ-2 Diabetes leiden. Seit einigen Jahren beschäftigt sich die Forschung mit anderen positiven Effekten von Metformin, auf die wir später noch genauer eingehen werden. 

Im Folgenden lernen Sie mehr über den Wirkstoff Metformin, von seiner Wirkweise bis hin zu seinen Nebenwirkungen. Außerdem werden Sie einen kurzen Einblick in die Forschung rund um Metformin werfen können.

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Wie wirkt Metformin auf den Körper?

Die Wirkungsweise von Metformin ist noch nicht vollständig geklärt. Jedoch hat Metformin eine Vielzahl von positiven Effekten auf den Körper des Patienten, weshalb es eines der an den häufigsten eingesetzten Medikamenten zur Behandlung von Diabetes Typ-2 ist.

Die Wirkweise von Metformin kann im Wesentlichen von drei Mechanismen beschrieben werden:

Eine der wichtigsten Wirkungen von Metformin ist die Hemmung der Glukose Produktion in der Leber.

Das ist insofern positiv für Typ-2 Diabetiker, als dass Metformin ihnen so dabei hilft einen erhöhten Nüchternblutzucker zu vermeiden.

Eine weitere Wirkweise von Metformin ist die Verzögerung der Aufnahme von Glukose im Darm. Dies verhindert, dass der Blutzuckerspiegel nach Mahlzeiten zu stark ansteigt.

Und zuletzt hilft Metformin dem Körper dabei seine Insulinsensitivität zu erhöhen. Insulinsensitivität beschreibt wie stark die Zielzellen, die die Glukose aufnehmen sollen, auf das körpereigene Insulin anspringen.

Eine erhöhte Insulinsensitivität bedeutet, dass diese Zellen stärker auf das körpereigene Insulin reagieren und der Blutzucker somit besser im peripheren Gewebe verwendet werden kann.

Metformin hat außerdem eine positive Wirkung auf den Fettstoffwechsel und wirkt sättigend. Aus diesem Grund kommt Metformin bevorzugt bei übergewichtigen Patienten zum Einsatz.

Da es zu keiner Freisetzung von Insulin aus den Zellen der Bauchspeicheldrüse kommt, ist die Gefahr einer Unterzuckerung bei der Einnahme von Metformin sehr gering – noch ein Grund, warum der Wirkstoff so beliebt ist.

Interessanterweise hat Metformin die oben genannten Wirkweisen nur bei Menschen mit einer diabetischen Stoffwechselstörung, nicht aber bei stoffwechselgesunden Menschen.

Nebenwirkungen von Metformin

Auch wenn die Einnahme von Metformin in der Regel als gut verträglich gilt, kann die Behandlung von Diabetes Typ-2 mit Metformin zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. 

Zu den häufigsten zählen hier gastrointestinale Störungen. Vor allem zu Beginn der Behandlung leiden Patienten unter Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit bis hin zu Erbrechen und Appetitmangel. 

Des Weiteren kann es in seltenen Fällen zu einer sogenannten Laktatazidose, einer Übersäuerung des Bluts, kommen. Wird Metformin in übermäßigen Mengen konsumiert, kann es zu einer Überlastung der Nieren kommen.

Metformin kann in so einem Fall nicht richtig ausgeschieden werden und es kommt zu einer Anreicherung des Medikaments im Körper des Betroffenen. Dies kann eine Entgleisung des Säure-Basen Haushalts verursachen. 

Die Symptome einer Laktatazidose ähneln zunächst den allgemeinen Nebenwirkungen (Übelkeit, Erbrechen), hinzu kommen jedoch noch weitere Magen-Darm-Beschwerden, Krämpfe und eine beschleunigte Atmung.

Sollten Sie diese Symptome bei sich bemerken, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuche.

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Warum wird Metformin bei Typ-2 Diabetiker eingesetzt?

Eine medikamentöse Behandlung von Diabetes Typ-2 mit Metformin kommt erst dann zum Einsatz, wenn die Basistherapie allein nicht ausreicht, um den Blutzucker zu senken.

Eine Basistherapie umfasst die Umstellung der Ernährung, ein striktes Sportprogramm und die Reduktion von Tabak und Alkohol.

Da ein anhaltender, erhöhter Blutzuckerspiegel schwerwiegende Folgen für den Betroffenen haben kann, ist es wichtig, diesen gezielt zu behandeln.

Im Gegensatz zu Diabetes Typ-1 müssen Typ-2 Diabetiker jedoch nicht gleich zum Insulin greifen.

Da bei Diabetes Typ-2 kein absoluter Insulinmangel vorliegt, sondern meist nur einen verminderte Insulinsensitivität, können Medikamente wie Metformin bereits ausreichen, um den Blutzucker wieder in den Griff zu bekommen.

Neben all seine positiven Auswirkungen für Typ-2 Diabetiker, welche oben genauer beschrieben sind, ist Metformin auch sehr einfach in seiner Handhabung. Anstelle einer Injektion muss der Patient lediglich ein bis drei Tabletten Metformin einnehmen.

Metformin ist nicht grundlos das Mittel der Wahl für viele Ärzte. Durch seine vielen Effekte erhöht es die Lebenserwartung der Menschen, die Metformin einnehmen.

Nicht nur im Vergleich zu anderen Typ-2 Diabetikern, die nicht mit Metformin behandelt werden, sondern auch im Vergleich zu Stoffwechselgesunden.

Diese Behauptung wurde durch eine retrospektive Auswertung von Patientendaten aus Großbritannien bestätigt.

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Metformin für ein längeres, gesundes Leben? Wie wirkt Metformin bei gesunden Menschen?

Obwohl der Wirkstoff Metformin als Medikament bisher nur zur Behandlung von Diabetes Typ-2 eingesetzt wurde, erzielt er positive Effekte weit über die Diabetes-Behandlung hinaus. 

Durch Versuche an Mäusen konnten Wissenschaftler feststellen, dass Metformin die Bildung von an der Alzheimer-Erkrankung beteiligten Zellstrukturproteinen hemmt.

Des Weiteren wurde nachgewiesen, dass Metformin Tumorzellen wieder zur Selbstzerstörung anregt.

Eine Forschungsarbeit von 2011 konnte sogar nachweisen, dass Metformin das Wachstum von Brustkrebszellen hemmt. 

Bei Frauen wird Metformin schon länger zur Behandlung des sogenannten Polyzystisches Ovarialsyndroms (POC) verwendet, indem es die krankhaft gesteigerte Produktion des männlichen Geschlechtshormons Testosteron blockiert.

Daher wird Metformin nachgesagt, am POC erkrankten Frauen die Möglichkeit zu geben, trotz Krankheit schwanger zu werden. 

Seit kurzem wird die Wirkung von Metformin auf die Krankheit Endometriose erforscht, einer Frauenkrankheit, für die es bislang noch keine Behandlung gibt.

Des Weiteren gibt es eine Vielzahl an Studien, die die Wirksamkeit von Metformin zur Verhinderung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und hohem Blutdruck nachweisen.

Seit einiger Zeit forscht die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) an einer sogenannten Anti-Aging-Pille, welche unter anderem auf Metformin basieren soll.

Denn Metformin wird ebenfalls nachgesagt, verjüngende Eigenschaften zu haben. Die Ergebnisse sind jedoch bei langem nicht marktfähig.

Es zeigt jedoch, dass Metformin und seine Wirkweise nicht nur für Typ-2 Diabetiker interessant sind. 

Dennoch sollten Sie nicht ohne weiteres mit der Einnahme von Metformin beginnen.

Zum einen handelt es sich hier um verschreibungspflichtiges Medikament, zum anderen kommt kein Medikament ohne Konsequenzen und Nebenwirkungen.

Sollte Metformin wirklich zu einem gesünderen und längeren Leben führen, wird die Wissenschaft dies bestätigen und vermarkten. Bis dahin bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als sich gesund zu ernähren, viel zu bewegen und abzuwarten.

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Welche Dosierung von Metformin wird bei Typ-2 Diabetes empfohlen?

Metformin wird als Einzel- oder Kombinationstherapie in Tablettenform oder als Trinklösung angewendet. Je nach Therapieform kann sich die Dosierung unterscheiden.

Im Allgemeinen werden jedoch zu Therapiebeginn zwei- bis dreimal täglich zu oder nach den Mahlzeiten 500 bis 850mg Metformin eingenommen.

Nach ungefähr zwei Wochen ist es an Ihrem Arzt, die Wirkung von Metformin auf Ihren Blutzucker zu beurteilen. Gegebenenfalls muss die Dosis angepasst werden.

Metformin kann bis zu dreimal täglich mit 1000 mg pro Einnahme eingenommen werden. Das entspricht einer maximalen Tagesdosis von 3000 mg.

Bei Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte sich die Dosierung nach der Nierenfunktion des Patienten richten. Daher muss auch die Nierenfunktion regelmäßig überprüft werden.

Unter Umständen, kann Metformin mit einer eingeschränkten Nierenfunktion nicht eingenommen werden.

Da es je nach Therapieform zu Wechselwirkungen zwischen Metformin und anderen Medikamenten kommen kann, sollten sie Metformin nicht gleichzeitig mit blutzucker-beeinflussenden Medikamenten wie Cortison, nicht mit kreislaufanregenden Mitteln und nicht mit harntreibenden Medikamenten verwenden.

Informieren Sie sich bei Ihrem Arzt und Ihrem Apotheker über die Wechselwirkungen von Metformin vor der ersten Einnahme.

Kann jeder Typ-2 Diabetiker Metformin nehmen?

Ob ein Typ-2 Diabetiker Metformin einnehmen kann, hängt stark von dessen Vorerkrankungen ab. Denn einige chronische Krankheiten verbieten die Einnahme von Metformin, da diese Krankheiten den Stoffwechsel negativ beeinflussen und das Risiko einer Laktatazidose erhöhen können. 

Metformin sollte daher nicht eingenommen werden, wenn eine Herzschwäche, eine Leberfunktionsstörung, eine eingeschränkte Nierenfunktion oder eine Erkrankung der Lunge vorliegt.

Metformin ist ebenfalls ungeeignet während der Schwangerschaft und für Menschen mit einem krankhaften Alkoholkonsum. 

Ob Sie Metformin einnehmen können oder nicht, sollte am Ende ein fachkundiger Arzt entscheiden. Seien Sie daher bei Ihren Untersuchungen ehrlich über mögliche Vorerkrankungen und weitere Faktoren, die die Einnahme von Metformin verhindern könnten.

Was hilft wirklich bei Diabetes Typ 2?

Machen Sie einen kurzen Test und finden Sie heraus, was Sie selbst gegen Diabetes Typ 2 unternehmen können:

Claudia-Michaela Fischer, Diabetes Selbsthilfe

Diabetes Selbsthilfe Interessengemeinschaft
Claudia-Michaela Fischer
Abtsleitenweg 16
97074 Würzburg

E-Mail: [email protected]
Tel: 030 / 20 16 77-33 

Diabetes Selbsthilfe, Claudia-Michaela Fischer

Diabetes Selbsthilfe Interessengemeinschaft
Claudia-Michaela Fischer
Abtsleitenweg 16
97074 Würzburg

E-Mail: [email protected]

Quellen und weitere, nützliche Informationen

  • https://www.diabetes-hilfe.net/erfahrungen-mit-metformin/
  • https://www.diabetes-hilfe.net/woher-metformin-ohne-rezept/
  • https://www.medical-tribune.de/medizin-und-forschung/artikel/diskussion-um-metformin-in-der-therapie-des-typ-2-diabetes/
  • https://www.netdoktor.de/medikamente/metformin/
  • https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Metformin
  • https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Metformin_21943
  • https://www.gesundheit.de/medizin/wirkstoffe/sonstige-wirkstoffe/metformin
  • https://www.hormonzentrum-an-der-oper.de/files/content/Broschueren/Hormonzentrum/Metformin-Alles-ueber-die-Naturmedizin.pdf